Warum ich bei jedem Outfit zuerst auf die Füsse schaue

Phillip Manger

Wenn jemand unseren Laden betritt, wandert mein Blick oft für den Bruchteil einer Sekunde nach unten. Nicht, um zu urteilen, sondern weil das Fundament die Wahrheit erzählt. Du kannst das bestsitzende Stück oder die eleganteste Hose tragen – wenn der Schuh lieblos gewählt ist, fällt das gesamte Bild in sich zusammen. Ein Outfit beginnt nun mal ganz unten bei dem, was uns trägt.

Lange Zeit hiess es bei Männerschuhen: Entweder du wählst die steife Eleganz eines klassischen Lederschuhs, den du erst wochenlang eintragen musst, oder du greifst zum bequemen weissen Sneaker, dessen geklebte Sohle nach einem Sommer durchgelaufen ist und den inzwischen jeder zweite Mann trägt. Dass wir uns damit nicht abfinden müssen, habe ich Flavio Agosti, Rémy Hälg, Urs Rufer und Luca Vidi zu verdanken.

Flavio war der ursprüngliche Kopf hinter der Schweizer Marke Rubirosa. Als wir uns kennenlernten, sprachen wir erstaunlich wenig über Mode, dafür umso mehr über Handwerk und Langlebigkeit. Wir stellten schnell fest, dass wir dieselbe sture Abneigung gegen Dinge haben, die nur für den schnellen Konsum produziert werden. Flavio wollte den modernen Sneaker nicht einfach neu designen. Er wollte ihn bauen wie einen traditionellen Herrenschuh. Heute wird diese Philosophie von Luca Vidi Della Ferrara weitergelebt, der die Marke nun als CEO führt. Das Resultat nennen wir bei uns im Laden nicht einfach Schuh. Es ist Fusswerk.

Wenn du einen Rubirosa in die Hand nimmst, begreifst du sofort, was Luca und sein Team in ihren italienischen Manufakturen anders machen. Das fängt bei der Haptik des Leders an, geht über die millimetergenauen Nähte und endet bei dem Gefühl, wenn man hineinschlüpft. Es ist die Kombination aus traditioneller Handwerkskunst und absoluter Leichtigkeit im Alltag.

In diesem Schuh steckt genau die Philosophie, die wir auch bei Manger leben. Wir glauben nicht an das schnelllebige Modekarussell. Wir suchen die besonderen Meisterwerke. Rubirosa produziert klimaneutral in Europa und verwendet Materialien, die mit den Jahren nicht kaputtgehen, sondern Patina und Charakter entwickeln. Für mich ist das ehrliche Nachhaltigkeit: Dinge so gut zu machen, dass man sie gar nicht mehr ersetzen möchte.

Ich könnte dir jetzt noch lange erklären, wie sich das ergonomische Fussbett anfühlt oder wie meisterhaft das toskanische Leder verarbeitet ist. Aber das wird der Sache nicht gerecht. Manches muss man nicht beschreiben, man muss es spüren.

Die neuen Modelle stehen bei uns in Reinach bereit. Komm vorbei, nimm sie in die Hand, schlüpf hinein und mach ein paar Schritte durch den Laden. Den Rest erzählt dir das Fusswerk dann ganz von selbst.

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«Die zweite Hose muss sitzen.»

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Pretty Woman war bei uns - und sie trug Punkte!